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Alte Apfelsorten

Im Rahmen des Projektes NAP 20 (Bundesamt für Landwirtschaft) zur "Erhaltung alter Hochstamm-Apfel- und Birnensorten im Oberen Fricktal" stellte sich die konkrete Frage: Wie bestimmen wir Apfelsorten, von denen niemand einen Namen weiss? Es zeigte sich rasch, dass dies gar nicht so einfach ist.

 Mit viel Enthusiasmus, Neugierde, beruflichem Ehrgeiz und Freude wagten sich Apfelpflücker (Heiner Keller, Heinz Schwarz), Fotograf (Ruedi Lehmann), Galeristin (Elli Keller), Biologen (Christoph Bühler, Niklaus Trottmann), Ausstellungsbesucher, EDV-Spezialist (Peter Jean-Richard), und Süssmosterin (Priska Hauser) an die Arbeit. Im Aufbau begriffen ist eine Datenbank (Access-Datei), die es erlaubt, sowohl den Baum in der Landschaft als auch die Merkmale der Früchte objektiv und reproduzierbar zu erfassen. Damit wird ein Instrument geschaffen, das es Bewirtschaftern von Hochstamm-Obstbäumen oder interessierten Vereinigungen erlaubt, ihre Bäume und Früchte zu dokumentieren und zu vergleichen.

Die Datenmenge wird rasch umfangreich. Über 150 verschiedene Apfelmuster sind beschrieben und mit Fotos illustriert. Die Klassifizierung der Sorten anhand von neu und zweifelsfrei definierten Merkmalen stellte sich als recht schwierig heraus. Die Unterschiede der Früchte an einem Baum können beträchtlich sein. Es hat sich gezeigt, dass äussere Merkmale wie sie in gängigen Sortenbüchern meist Verwendung finden, für eine Bestimmung nicht ausreichen. Für zahlreiche Sorten lassen sich gar keine Beschreibungen finden. Als grosser Mangel erweist es sich, dass für die Schweiz keine einheitliche (bereinigte) Liste von anerkannten und beschriebenen Sorten vorliegt.

Beispiel für einen Bilddatensatz:

(Bilder)

Chüsenrainer (Synonyme: Chüsenrain, Küsstnachter)


Man muss sich bewusst sein, dass ein Bestimmungsschlüssel (Merkmalskombination) für Obstsorten nie eine absolute Sicherheit garantieren kann. Die Unterscheidung beispielsweise von Pflanzen basiert auf dem Niveau von Art und Unterart (z.B. Ackerwitwenblume, Waldwitwenblume). Sie berücksichtigt zudem Merkmale der ganzen Pflanze und verlangt oft zusätzlich Blüten oder Samen. Bei der Kulturpflanze Apfel versuchen wir tausende von künstlich erzeugten oder natürlich entstandenen Kreuzungen, Mutanten und Klone innerhalb der Art Apfel anhand von einzelnen Früchten zu unterscheiden. Die Blüten eines Apfelbaumes (der Mutter sozusagen) können durch Pollen einer oder mehrerer anderer Apfelsorten befruchtet werden. Sie sind wie Geschwister, die die Hauptmerkmale des Mutterbaumes tragen. Wenn ihre Samen keimen und zu fruchttragenden Bäumen werden können, sind zahlreiche neue Sorten entstanden. Es macht kaum Sinn diesen Hybriden allen einen neuen Namen zu geben. Die Vermehrung von bestehenden Sorten muss vegetativ über das Aufpfropfen von Reisern geschehen. Die Züchtung neuer Sorten erfolgt über Samen.

Mit unserer Beschreibung können wir deshalb nicht jeden namenlosen Apfel einer bekannten und benannten Sorte zuordnen. Wir sind bestrebt, die bekannten Sorten herauszufinden und die andern wenigstens zu dokumentieren.

Wir freuen uns über Ihr Echo. MitarbeiterInnen sind willkommen. Wir beraten Sie gerne beim Suchen, Beschreiben, Ausstellen, Pflegen und Verwerten von alten Apfelsorten und von Hochstamm-Obstbäumen.

 

Apfelsorten-Bilderdatensätze:

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(Bilder folgen..)